Grobrand Gasthaus Hirsch 15./16.02.2013


Am Freitagmorgen gingen um 7:43 Uhr bei der Leitstelle in Bblingen mehrere Notrufe ein, die im Gasthaus Hirsch in Deckenpfronn einen Zimmerbrand gemeldet haben. Daraufhin wurden die Feuerwehren Deckenpfronn, Grtringen und Herrenberg alarmiert. Bereits beim Eintreffen der ersten Feuerwehrkrfte um 7:52 Uhr wurde erkennbar, dass sich der Brand bereits stark ausgebreitet hatte, so dass die Alarmstufe auf Brand 3 erhht wurde. Daher wurden umgehend weitere Einsatzkrfte nachalarmiert.

Vor dem Eintreffen der ersten Einsatzkrfte wurden durch den Hausmeister der Gemeinde und einen Feuerwehrmann, der zufllig an der Einsatzstelle vorbei kam, bereits mehrere Bewohner vor dem Feuer gewarnt und konnten das Gebude ber das Treppenhaus verlassen. Beim Eintreffen der Lschfahrzeuge aus Deckenpfronn und Grtringen machten sich mehrere Bewohner an Fenstern auf der Nord- und Sdseite bemerkbar. Umgehend wurden tragbare Leitern vorgenommen, ber die neun Personen gerettet werden konnten. Vor allem die Lage auf der Nordseite hatte sich extrem zugespitzt das Feuer hatte sich bereits ber zwei Stockwerke hinweg vom vermutlichen Entstehungsort im Erdgeschoss in das 2. Obergeschoss ausgebreitet. Eine Person hatte sich deshalb bereits auf einen Mauervorsprung an der Fassade in ca. 6 Meter Hhe gerettet. Der ebenfalls aufgebaute Sprungretter musste glcklicher Weise nicht mehr eingesetzt werden.

Zu diesem Zeitpunkt wurden noch weitere fnf Personen im Gebude vermutet. Daher gingen drei Trupps unter Atemschutz in das Gebude vor, um die noch begehbaren Zimmer abzusuchen. Das Feuer hatte sich aufgrund der Holzbauweise innerhalb krzester Zeit auf den gesamten Dachstuhl ausgebreitet, weshalb im Inneren bereits Gebudeteile einstrzten. Daher musste der Innenangriff um 8:24 Uhr abgebrochen werden, weil die Gefahr fr die Einsatzkrfte zu gro war.

Da inzwischen der komplette hintere Gebudeteil in Vollbrand stand, wurde zum Nachbargebude Marktplatz 5 eine massive Riegelstellung aufgebaut. Zwei Einsatzkrfte berwachten zustzlich laufend dessen Dachboden mit Hilfe einer Wrmebildkamera. ber inzwischen drei Drehleitern aus Herrenberg, Leonberg und Aidlingen wurde die Brandbekmpfung des Dachstuhls durchgefhrt. Um 8:57 Uhr konnte geklrt werden, dass von den fnf vermissten Personen vier in Sicherheit waren. Wie sich eine halbe Stunde spter heraus stellte, hielt sich die fnfte Person zum Zeitpunkt des Brandausbruchs nicht im Gebude auf.

Fr die Brandbekmpfung und den Schutz des Nachbargebudes wurden zeitgleich bis zu fnf C-Rohre und zwei Wenderohre ber die Drehleitern eingesetzt. Damit wurden ca. 5.000 Liter Wasser pro Minute bentigt. Die Wasserversorgung kam bei diesen Mengen an ihre Grenzen. Daher wurde mit drei Grotanklschfahrzeugen aus Bblingen, Leonberg und Herrenberg ein Wasserpendelverkehr eingerichtet und so die Einsatzstelle mit Wasser versorgt. Gegen 9:30 Uhr war das Feuer unter Kontrolle und der Schwerpunkt konnte auf gezielte Nachlscharbeiten gelegt werden. Hierzu musste das Dach nahezu komplett geffnet werden, um auch die versteckten Brandherde zu erreichen.

Durch zwei Gertewagen mit Messtechnik wurden Schadstoffmessungen durchgefhrt. Hierbei konnten in der Umgebung keine erhhten kritischen Werte festgestellt werden.

Whrend den Nachlscharbeiten fiel um 12 Uhr die Wasserversorgung an der Einsatzstelle pltzlich fast komplett aus. Durch die Lscharbeiten und den damit verbundenen enormen Wasserverbrauch war es in der Calwer Strae zu einem groen Rohrbruch gekommen, der vom Gemeindebauhof repariert werden musste.

Durch die starke Feuereinwirkung auf den Dachstuhl waren beide Giebel stark einsturzgefhrdet, ein ausreichender Sicherheitsabstand musste eingehalten werden. Nach einer Kontrolle durch den hinzugerufenen Kreisbaumeister wurde festgelegt, die Giebel bis zum Abschluss der Ermittlungsarbeiten stehen zu lassen.

Am Samstagmorgen gegen 12 Uhr konnte das letzte Glutnest gelscht werden. Die Aufrum- und Reinigungsarbeiten zogen sich noch bis in die Abendstunden hin.

Zusammenfassung:
  • Aus dem Gebude wurden 12 Bewohner durch die Ersthelfer und die Feuerwehr gerettet.
  • Eine Bewohnerin wurde schwer verletzt, drei Bewohner zogen sich eine leichte Rauchgasvergiftung zu, ein Ersthelfer wurde leicht verletzt.
  • Insgesamt leisteten 125 Feuerwehrleute aus zehn Feuerwehren 785 Einsatzstunden.
  • 24 Feuerwehrfahrzeuge waren vor Ort, hiervon drei Drehleitern, elf Lschfahrzeuge sowie zwei Messfahrzeuge.
  • Das DRK war mit 30 Krften und vier Notrzten im Einsatz und bernahm die Versorgung der Verletzten, die Eigensicherung der Einsatzkrfte und stellte die Verpflegung bereit.
  • 16 Polizisten und acht Kripo-Beamte waren zur Absperrung der Einsatzstelle und fr Ermittlungen der Brandursache vor Ort.
  • Der Notfallnachsorgedienst kmmerte sich um die Bewohner.
  • Der Bauhof der Gemeinde Deckenpfronn berwachte die Wasserversorgung, musste einen Rohrbruch beheben und bernahm nach den Lscharbeiten die Absperrung des Gebudes.
  • Die Gemeindeverwaltung kmmerte sich um die Unterbringung der Bewohner und erledigte erste dringende Formalitten fr die Betroffenen des Brandes.

Fotos Grobrand Hirsch 15.02.2013

bersicht eingesetzte Krfte
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